Türkei: Auswärtiges Amt aktualisiert Hinweise für LGBTIQ-Reisende
Das Auswärtige Amt hat seine Türkei-Hinweise nach Razzien und Festnahmen ergänzt. Das sollten LGBTIQ-Reisende jetzt vor Ort beachten.
Urlaubspreise für die Türkei prüfen
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Das Auswärtige Amt hat am 18. September 2026 seine Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei im Abschnitt zu LGBTIQ-Reisenden aktualisiert. Anlass sind landesweite Razzien am 12. und 13. September sowie mehr als 100 Festnahmen. Betroffen waren nach amtlichen Angaben 15 Provinzen, darunter Istanbul, Izmir, Aydin, Ankara und Mersin. Reisende sollten die lokale Lage prüfen, Demonstrationen und größere Menschenansammlungen meiden und mögliche Versammlungsverbote beachten.
Symbolbild: Istanbul. Hunanuk / Wikimedia Commons, CC0 1.0
Was das Auswärtige Amt neu aufgenommen hat
Nach Darstellung des Auswärtigen Amts fanden die Razzien in Lokalen, Privatwohnungen und Vereinen der türkischen LGBTIQ-Community statt. Zusätzlich wurden Internetseiten und Social-Media-Konten gesperrt. In den folgenden Tagen kam es demnach bei Solidaritätsveranstaltungen zu weiteren Festnahmen. Reuters und AP berichteten ebenfalls über die Einsätze und die anschließenden Proteste.
Die Behörde weist darauf hin, dass sich das justizielle Vorgehen gegen Personen und Organisationen der LGBTIQ-Community verschärft. Zugleich bestehen in Teilen der türkischen Gesellschaft starke Vorurteile. Diese Einordnung betrifft nicht nur Aktivisten. Sie ist auch für Urlauber relevant, wenn Veranstaltungen, Treffpunkte oder größere Versammlungen Teil der Reiseplanung sind.
Was Reisende jetzt konkret beachten sollten
Prüfen Sie kurz vor der Abreise und während des Aufenthalts die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts. Informieren Sie sich zusätzlich über lokale Nachrichten, besonders wenn Sie Istanbul, Izmir oder Ankara besuchen. Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen; in deren Umfeld ist besondere Vorsicht angezeigt. Das gilt auch für kurzfristig angekündigte Solidaritätsaktionen.
Speichern Sie die Kontaktdaten der deutschen Auslandsvertretungen und aktivieren Sie bei Bedarf die Krisenvorsorgeliste ELEFAND. Wer eine Pauschalreise gebucht hat, kann außerdem beim Veranstalter nachfragen, ob das geplante Programm oder Transfers von lokalen Einschränkungen betroffen sind. Bei der Wahl von Region und Reisezeit können Sie aktuelle Last-Minute-Angebote für die Türkei vergleichen; die amtlichen Sicherheitshinweise sollten Sie davon unabhängig erneut prüfen.
Keine neue allgemeine Einreiseregel
Die Ergänzung ist keine neue Einreisevorschrift und keine pauschale Warnung vor Reisen in die gesamte Türkei. Für Badeorte an der Riviera ergibt sich daraus auch keine automatische Einschränkung des Hotelbetriebs. Entscheidend ist die persönliche Situation am jeweiligen Ort. LGBTIQ-Reisende und Begleitpersonen sollten deshalb vorsichtiger planen, ohne aus der Meldung eine allgemeine Urlaubssperre abzuleiten.
